Tarifvertrag genossenschaftlicher groß und außenhandel niedersachsen

In der Regel wird es in jeder Branche eine Vereinbarung über die Bezahlung und eine Rahmenvereinbarung geben, die sich mit Fragen wie Arbeitszeit, Ernennung und Entlassung, Prämienzahlungen für Nacht- und Schichtarbeit, Urlaub und Krankengeld befasst. Es kann auch gesonderte Vereinbarungen zu Themen wie der Behandlung älterer Arbeitnehmer geben. All dies dürfte in mehreren regionalen Varianten vorhanden sein, obwohl, wie bereits erwähnt, abgesehen von Ost und West die Unterschiede zwischen ihnen wahrscheinlich gering sein werden. Eine weitere aktuelle Studie von Boeri (2014) aktualisiert den Verhandlungsrahmen bei der Modellierung von zweistufigen Verhandlungsstrukturen, definiert als Mehr-Arbeitgeber-Vereinbarungen, die mit ergänzenden Vereinbarungen zwischen Unternehmen oder Unternehmen über Löhne und andere Beschäftigungsbedingungen koexistieren. Der Bezugspunkt bleibt wie in den vorangegangenen Analysen auf eigenständiger Tarifrunde auf Unternehmensebene. Auf der Ebene der Theorie argumentiert Boeri, dass zweistufige Systeme ineffizient sind, da Ein-Arbeitgeber-Verhandlungen – im Gegensatz zu Verhandlungen mit mehreren Arbeitgebern im Rahmen eines Rechts auf Management – effiziente Verträge ermöglichen, die sowohl Löhne als auch Beschäftigung betreffen. Da zweistufige Verhandlungen so ausgelegt sind, dass sie mit einer Lohnuntergrenze arbeiten, die durch Verhandlungen mit mehreren Arbeitgebern auferlegt wird, verringert sie den Umfang der Tarifverhandlungen auf Betriebsebene, indem sie das Spektrum effizienter Verträge schrumpfen lässt. Aus dieser Sicht werden also keine Verbesserungen durch zusätzliche dezentrale Verhandlungen ermöglicht. In diesem Papier werden wechselnde Ansichten über eine Arbeitsmarktinstitution aus der Perspektive der mikroökonomischen und makroökonomischen Flexibilität dargestellt.

Die hier untersuchte Arbeitsmarktinstitution sind Tarifverhandlungen – andere Arbeitsmarktinstitutionen werden nur am Rande erwähnt. Und bei der Diskussion über mikroökonomische Flexibilität und Umverteilungserfordernisse werden wir uns mehr mit der Flexibilität der Unternehmen als mit Überlegungen zur externen Anpassung befassen. Unsere Diskussion über makroökonomische Flexibilität konzentriert sich vertraut auf die Fähigkeit der Wirtschaft, eine niedrige durchschnittliche Arbeitslosenquote aufrechtzuerhalten und Schwankungen der Arbeitslosenquote als Reaktion auf Schocks unter verschiedenen Tarifregeln zu begrenzen. In diesem Abschnitt wenden wir uns der Rolle der Tarifverhandlungsinstitute bei der Erreichung der Makroflexibilität zu. Zunächst geben wir eine Überprüfung der Beweise über den Beitrag der Verhandlungsstruktur zu den Bausteinen der Vollbeschäftigung und die Fähigkeit der Wirtschaft, angemessen auf makroökonomische Schocks zu reagieren. In diesem ersten Erstpassverfahren versuchen wir, den Stand der Mainstream-Forschung ungefähr bis zur Großen Rezession zu ermitteln. Aber da diese Forschung große Veränderungen in der Architektur der Tarifverhandlungen verschleiert – nämlich einen Prozess der laufenden, noch verstärkten Dezentralisierung – müssen wir auch eine feinere Zerlegung des Rahmens der Tarifverhandlungen schaffen.